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6 Fragen und 6 Antworten zu Amazon’s Verbot von Produktbewertungen bei vergünstigten Käufen

Max am

Amazon.com hat für die USA letzte Woche seine AGB für Händler geändert und verbietet nun jede Art von Produkt-Reviews auf rabattierte Produkte. Diese Anpassung sorgt unter Sellern weltweit aktuell für Aufsehen und Unsicherheit. Denn über Gutscheine „gekaufte“ Produkte waren in der Vergangenheit ein schneller und zuverlässiger Weg um mit Hilfe des „Verifizierter Kauf“ Labels ein neues Produkt erfolgreich auf Amazon zu promoten.

Was bedeutet das für uns in Deutschland?

#1: Was bezweckt Amazon damit?

Die kurze Antwort: der Kunde. Amazon ist eines der kundenfokussiertesten Unternehmen der Welt. Fake-Bewertungen verfälschen die Customer-Experience wie kaum ein anderes Medium: Fünf Sterne für ein Produkt das eigentlich schon beim Auspacken auseinander fällt? Und das nicht mit einer oder zwei Bewertungen, sondern mit Dutzenden. Solche Dinge stören den Kunden und nehmen Amazon seine Glaubwürdigkeit.

#2: Welche Einflüsse sind mit dieser Änderung kurzfristig für dich als Händler zu erwarten?

Mangels Möglichkeit Produkte incentiviert zu promoten müssen Händler frühzeitig die anderen Faktoren zur nachhaltigen Verkaufssteigerung nutzen: die sukzessive Onpage-Optimierung, ein makelloses eigenes Händler-Ranking, Sponsored Products Campaigns sowie Offpage-Traffic-Erzeugung.

Da das rein organische Wachstum deutlich langsamer verläuft als mit einem Anschub wird Wachstum insgesamt langsamer verlaufen als bisher.

#3: Warum macht diese Änderung Sinn?

Jeder Seller sollte darauf hinarbeiten ein möglichst nachhaltiges Geschäft aufzubauen. Genau dieses wird durch diese Änderung stark forciert.

#4: Was passiert mit bestehenden erkauften Bewertungen?

Nach aktuellem Stand sieht es nicht so aus, als ob Amazon rückwirkend Reviews löschen wird. Amazon selbst hat bereits angekündigt, dass nur besonders auffällige Bewertungen entfernt werden – das ist aber nicht neu, denn das galt auch bisher bereits.

#5: Wann kommt diese Änderung nach Deutschland?

Traditionell ist in Q4 kaum Zeit für eine so weit greifende Neuerung und vor allem deren Durchsetzung. Deshalb denke ich, dass diese Anpassung der Richtlinien für Seller erst in Q1/2017 in Deutschland greifen wird. Wenn diese Änderung kommen wird, wird das allerdings ähnlich einschlagen wie in den USA.

#6: Welche Alternativen gibt es?

Der ein oder andere wird sagen Amazon Vine wäre die Alternative. Zur Erklärung: Vine ist das hauseigene Bewertungsprogramm von Amazon. Dieses ist allerdings bisher nur für Vendoren verfügbar und ist zusätzlich mit erheblichen Kosten verbunden. Ich gehe davon aus, dass Vine in Zukunft auch für Seller angeboten wird, erhebliche Kosten wird Vine aber weiterhin erzeugen. Ausserdem wird Amazon Vine meiner Meinung nach nur für Händler mit einer bestimmten Performance zur Verfügung stehen.

Die Alternative ist aus meiner Sicht eine massive Steigerung des eigenen Onpage-Traffic in Kombination mit einer perfekten Händler-Performance. Beides zusammen erfordert viel Arbeit in Kombination mit einer individuellen Strategie, die genau auf den eigenen Seller-Account abgestimmt ist.

Mein Fazit

Dass diese Änderung auch nach Deutschland kommen wird ist sicher. Wann das passieren wird ist allerdings noch nicht bekannt. Um den Folgen bereits frühzeitig zu entgehen empfehle ich euch schon jetzt eine geeignete Strategie zurecht zu legen. Wie? Das variiert je nach Sortiment und diversen anderen Faktoren. Sprich mich gerne an und wir können zusammen eine geeignete Lösung erarbeiten.